Thema der Woche

12.04.2019

Konjunkturhoch in den E-Handwerken hält an

Energiedienstleistungen, Digitalisierung und E-Mobilität füllen die Auftragsbücher der E-Handwerke. Die Frühjahrsumfrage des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) zeigt wieder Rekordzahlen.

Grenzen des Wachstums sind nicht in Sicht: Das konjunkturelle Hoch in den E-Handwerken hält an. Nie zuvor erreichte die Stimmung bessere Werte. Das zeigt die aktuelle Frühjahrsumfrage des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH).



Beachtliche 98,1 Prozent der befragten E-Handwerksunternehmen sehen ihre gegenwärtige Geschäftslage positiv. Vier von fünf Betrieben (81,5 Prozent) beurteilen die Lage als „gut“, die übrigen als „befriedigend“. Der Vergleichswert vom Frühjahr 2018 (97,8 Prozent positiv) wurde damit noch einmal gesteigert. Die positive Grundstimmung führt zu einem neuen Allzeithoch beim bundesweiten Geschäftsklimaindex der E-Handwerke: Er liegt nun auf der Skala von null bis hundert bei 89,9 Punkten. Seit 2013 ist der Wert kontinuierlich gestiegen.



Mehr als eine halbe Millionen Beschäftigte

Die kürzlich vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Branchenkennzahlen für das Jahr 2018 spiegeln die Ergebnisse der Konjunkturumfrage wider. Im Jahr 2018 waren in den 50.717 elektrohandwerklichen Unternehmen erstmals mehr als eine halbe Millionen Menschen (500.643) beschäftigt.

Trotz des Fachkräftemangels konnten die Unternehmen die Mitarbeiterzahl in den vergangenen Jahren kontinuierlich steigern. Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften ist aber weiterhin hoch: 61,5 Prozent aller e-handwerklichen Unternehmen melden offene Stellen. Gesucht werden vor allem qualifizierte Mitarbeiter: Gesellen (34 Prozent) und Obermonteure (24,5 Prozent).

Jahresumsatz: über 61 Milliarden Euro

Die E-Handwerke erwirtschafteten im Jahr 2018 einen Rekordumsatz in Höhe von 61,1 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Plus von 5,8 Prozent. Projekte in der Energie- und Gebäudetechnik sind für gut zwei Drittel des Umsatzes bei den Betrieben verantwortlich (70,2 Prozent). Mit großem Abstand folgen die Informations- und Telekommunikationstechnik (11,8 Prozent) sowie die Automatisierungstechnik (5,5 Prozent). Die meisten Aufträge erhalten die E-Handwerksbetriebe weiterhin aus der gewerblichen Wirtschaft (38 Prozent) und von privaten Auftraggebern (36 Prozent). Der Anteil der öffentlichen Auftraggeber (14 Prozent) und der Wohnungsbaugesellschaften (12 Prozent) am Umsatz ist deutlich geringer.



Betriebliche Auslastung sehr hoch

Die Auslastung der Betriebe ist weiterhin sehr hoch: 48,2 Prozent können auf volle Auftragsbücher für mindestens die nächsten beiden Monate verweisen, rund die Hälfte von ihnen sogar über vier Monate. 24,4 Prozent sind für die nächsten ein bis zwei Monate ausgelastet. Neun Prozent haben einen Auftragsbestand von bis zu zwei Wochen.



Stundenverrechnungssätze ziehen an

Abgefragt wurde auch, wie sich die Stundenverrechnungssätze in den vergangenen sechs Monaten entwickelt haben. Zwei von drei Betrieben haben ihre Stundenverrechnungssätze bei privaten (63,2 Prozent) und gewerblichen Aufträgen (62,1 Prozent) angehoben. Bei öffentlichen Aufträgen gibt die Hälfte aller Betriebe (48,8 Prozent) an, die Stundenverrechnungsätze gesteigert zu haben.



Erwartungen an die Zukunft leicht gedämpft

Grundsätzlich blicken die E-Handwerke zuversichtlich auf das nächste Halbjahr: 28 Prozent der Betriebe gehen davon aus, dass sich die geschäftliche Situation noch verbessern wird. Knapp zwei Drittel (67,5 Prozent) rechnen mit einer gleichbleibenden Entwicklung – auf dem meist schon hohen Niveau. Lediglich 4,5 Prozent kalkulieren eine Verschlechterung ein. In der Summe erwarten die Unternehmen damit eine weitere Zunahme der Aufträge. Allerdings liegen diese Werte geringfügig (0,1 Prozent) unterhalb der Aussichtsprognose aus dem vergangenen Frühjahr.

Ausbildung weiter an Digitalisierung anpassen

„Die erfreulichen Ergebnisse der ZVEH-Frühjahrskonjunktur-Befragung spiegeln den gegenwärtigen Trend in der E-Branche wider“, sagt ZVEH-Hauptgeschäftsführer Ingolf Jakobi. „Energiedienstleistungen, Digitalisierung und E-Mobilität füllen die Auftragsbücher. Elektro- und Informationstechnik entwickeln sich mit rasanter Geschwindigkeit zu Leittechnologien für alle wirtschafts- und lebensrelevanten Bereiche. Dies verschafft den E-Handwerken derzeit eine günstige Ausgangsposition im Wettbewerb mit konkurrierenden Anbietern.“

Daraus ergeben sich aber neue Anforderungen an die Ausgestaltung der angebotenen Dienstleistungen. „Der Schlüssel für den Erfolg der E-Handwerke ist und bleibt dabei eine passgenaue Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten“, so Jacobi. „Daher werden die elektrohandwerklichen Ausbildungsverordnungen in den kommenden Jahren aktualisiert und an die Anforderungen der Digitalisierung angepasst. Insbesondere die Qualifizierung im Bereich Gebäudesystemintegration soll gestärkt werden.“

An der ZVEH-Konjunkturbefragung im Frühjahr 2019 beteiligten sich 2.000 Elektro-Innungsfachbetriebe in Deutschland.

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